Eine Landingpage ist reif für den Livegang, wenn sie eine Frage klar beantwortet: Was soll der Besucher hier tun, und warum lohnt es sich? Diese Landingpage-Checkliste hilft dir, das Schritt für Schritt zu prüfen, bevor Budget in die Seite fließt: von der Botschaft über das Formular bis zum Tracking.
Hake jeden Punkt einzeln ab. Was du nicht mit Ja beantworten kannst, wird vor dem Start repariert oder bewusst verschoben. So findest du Fehler, solange sie noch nichts kosten.
Die Liste eignet sich für Kampagnenseiten, Anmeldeseiten und Angebotsseiten. Sie ersetzt keinen Test mit echten Besuchern, aber sie sorgt dafür, dass du keinen Test mit einer kaputten Seite startest.
Inhaltsverzeichnis
Was eine Landingpage-Checkliste leisten soll
Eine Landingpage-Checkliste ist eine Prüfliste mit festen Kriterien, die du vor der Veröffentlichung einer Zielseite abarbeitest. Sie deckt Botschaft, Aufbau, Formular, Technik, Tracking und Recht ab und macht aus Bauchgefühl nachprüfbare Ja-Nein-Entscheidungen.
Der Nutzen liegt in der Reihenfolge. Zuerst prüfst du, ob die Seite überzeugt, danach, ob sie funktioniert, und zuletzt, ob du den Erfolg messen kannst. Wer diese Reihenfolge umdreht, optimiert Ladezeiten für eine Seite, die niemand versteht.
Stell dir ein Team vor, das einen Online-Kurs bewirbt. Die Anzeige verspricht eine kostenlose Probestunde, die Seite zeigt aber zuerst den Preis. Eine Landingpage-Checkliste hätte den Bruch zwischen Anzeige und Seite sofort sichtbar gemacht.
Landingpage-Checkliste Teil 1: Ziel, Botschaft und Aufbau
Ziel und Zielgruppe der Seite
Bevor du Details prüfst, muss das Ziel feststehen. Eine Seite mit zwei gleichwertigen Zielen erzeugt Zögern, und Zögern kostet Abschlüsse.
- ☐ Die Seite hat genau eine Hauptaktion, zum Beispiel Anfrage, Anmeldung oder Kauf.
- ☐ Die Zielgruppe ist in einem Satz beschrieben, und die Seite spricht sie direkt an.
- ☐ Du kennst die Quelle des Traffics und weißt, mit welcher Erwartung Besucher ankommen.
- ☐ Der Erfolg ist als Zahl definiert, etwa die gewünschte Abschlussquote oder die Kosten pro Anfrage.
- ☐ Es gibt keine Navigation und keine Links, die vom Ziel wegführen, sofern sie nicht nötig sind.
Gleiche außerdem Anzeige und Seite ab. Öffne die Anzeige, den Newsletter oder den Beitrag, über den Besucher kommen, und lies dann die Seite. Passen Wortwahl, Angebot und Preis zusammen, fühlen sich Besucher am richtigen Ort. Wenn nicht, springen sie ab, bevor sie die erste Zeile gelesen haben.
Zur Navigation noch ein Hinweis: Ein Hauptmenü ist bei Kampagnenseiten meist überflüssig, ein Link zu Impressum und Datenschutz dagegen Pflicht.
Headline und Nutzenversprechen
Besucher entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie bleiben. Deshalb gehört die Prüfung der Botschaft an den Anfang jeder Landingpage-Checkliste.
- ☐ Die Headline greift das Versprechen der Anzeige oder des Links auf, über den Besucher kommen.
- ☐ Sie nennt den Nutzen aus Sicht des Besuchers, nicht den Namen deines Produkts.
- ☐ Sie ist ohne Vorwissen verständlich, auch ohne Fachbegriffe.
- ☐ Eine Unterzeile erklärt in einem Satz, für wen das Angebot gedacht ist und was passiert, wenn man klickt.
Prüfe, ob die Seite beantwortet, welches Problem du löst und was dich von Alternativen unterscheidet. Formuliere Vorteile als Ergebnis für den Besucher: „Du sparst dir die manuelle Auswertung“ wirkt stärker als „Automatisierte Auswertung“.
- ☐ Es gibt drei bis fünf Kernvorteile, jeweils mit kurzer Begründung.
- ☐ Keine Aussage ist übertrieben oder nicht belegbar.
- ☐ Der Ton passt zur Zielgruppe und zur restlichen Marke.
Ein einfacher Test: Zeige die Seite einer Person, die das Projekt nicht kennt, und frage nach fünf Sekunden, worum es geht. Kann sie das nicht sagen, überarbeite die Headline.
Aufbau und Überzeugungskraft
Eine gute Seite folgt den Fragen der Besucher. Zuerst: Worum geht es? Dann: Warum sollte ich das glauben? Schließlich: Was muss ich tun?
- ☐ Der wichtigste Inhalt und der erste Handlungsaufruf sind ohne Scrollen sichtbar.
- ☐ Die Abschnitte folgen einer logischen Reihenfolge: Problem, Lösung, Beweis, Handlung.
- ☐ Zwischenüberschriften lassen sich überfliegen und erzählen die Kernaussage allein.
- ☐ Absätze sind kurz, Listen lockern lange Aufzählungen auf.
- ☐ Einwände wie Preis, Aufwand und Risiko werden offen angesprochen, etwa in einem kurzen FAQ-Abschnitt.
Vertrauen entsteht durch Konkretes. Echte Kundenstimmen mit Erlaubnis zur Veröffentlichung, nachvollziehbare Referenzen oder ein sichtbarer Ansprechpartner wirken stärker als allgemeine Versprechen.
- ☐ Jeder Beleg ist echt und freigegeben. Erfundene Zitate oder Zahlen gehören nicht auf die Seite.
- ☐ Kontaktmöglichkeit und Anbieterangaben sind leicht zu finden.
- ☐ Bilder zeigen das Angebot oder echte Menschen, keine austauschbaren Motive ohne Bezug.

Handlungsaufruf und Formular in der Landingpage-Checkliste
Der Button und das Formular sind der Moment, in dem sich entscheidet, ob die Seite funktioniert. Hier verlieren viele Seiten Besucher, die längst überzeugt waren.
Der Handlungsaufruf
- ☐ Der Button beschreibt, was passiert: „Probestunde buchen“ statt „Absenden“.
- ☐ Er hebt sich farblich vom Rest ab und ist auf dem Smartphone mit dem Daumen gut zu treffen.
- ☐ Der Handlungsaufruf wiederholt sich nach längeren Abschnitten, damit niemand zurückscrollen muss.
Das Formular
Jedes Feld ist eine Hürde. Frage nur ab, was du für den nächsten Schritt wirklich brauchst, alles andere kannst du später erfragen.
- ☐ Es gibt nur Pflichtfelder, die du tatsächlich brauchst.
- ☐ Fehlermeldungen sind verständlich und erscheinen direkt am Feld.
- ☐ Nach dem Absenden erscheint eine Bestätigung, die erklärt, wie es weitergeht.
- ☐ Eine Bestätigungs-E-Mail kommt an und landet nicht im Spam.
- ☐ Du hast das Formular auf dem Handy mit echten Daten durchgespielt.
Wenn die Anfragen im Vertrieb landen, kläre vorher, wer neue Kontakte wann erhält und in welcher Zeit reagiert wird.
Technik, Ladezeit und Mobilgeräte in der Landingpage-Checkliste
Die beste Botschaft nützt nichts, wenn die Seite langsam lädt oder auf dem Handy kaputt aussieht. Für die Ladezeit gibt es überprüfbare Richtwerte: Laut web.dev zum Largest Contentful Paint gilt ein Wert von 2,5 Sekunden oder weniger als gut, gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe.
Wie du diese Werte liest und verbesserst, beschreibt der Artikel zu den Core Web Vitals. Für die Landingpage-Checkliste reichen vor dem Start diese Prüfpunkte:
- ☐ Die Seite lädt auf dem Smartphone im mobilen Netz in akzeptabler Zeit, geprüft mit einem Messwerkzeug deiner Wahl.
- ☐ Das größte Bild ist komprimiert und hat feste Maße, damit nichts springt.
- ☐ Text ist ohne Zoomen lesbar, Schaltflächen sind groß genug.
- ☐ Die Seite funktioniert in den gängigen Browsern und auf mindestens zwei verschiedenen Geräten.
- ☐ Alle Links und Buttons führen dorthin, wohin sie sollen.
- ☐ Das Zertifikat ist gültig, die Seite läuft über HTTPS.
Technische Basis für die Suche
Ob eine Kampagnenseite in der Suche auftauchen soll, ist eine bewusste Entscheidung. Soll sie, brauchst du einen eigenen Seitentitel und eine passende Beschreibung. Soll sie nicht, setzt du sie auf „noindex“, damit keine doppelten Inhalte entstehen.
Tracking und Messbarkeit vor dem Start
Ohne Messung weißt du nach dem Start nicht, ob die Seite funktioniert. Prüfe das Tracking vor dem Livegang, nicht danach, denn fehlende Daten lassen sich nicht nachliefern.
- ☐ Der Erfolg der Hauptaktion wird als eigenes Ereignis erfasst, etwa das Absenden des Formulars.
- ☐ Du hast den Ablauf einmal selbst ausgelöst und das Ereignis in der Echtzeitansicht gesehen.
- ☐ Kampagnenparameter in den Links sind einheitlich benannt, damit Quellen sauber zuordenbar sind.
- ☐ Das Einwilligungsbanner funktioniert, und Messwerkzeuge laden nur nach Zustimmung.
- ☐ Es ist festgelegt, wer die Zahlen wann ansieht.
Wie du die Messung in Google Analytics aufsetzt, steht in der Anleitung zu Google Analytics 4. Als Maßstab für Entscheidungen gilt: Nicht jede Schwankung in den ersten Tagen ist ein Signal.
Typische Fehler, die die Landingpage-Checkliste verhindert
Die meisten Probleme auf Zielseiten sind keine Designfragen, sondern Versäumnisse. Wer die Landingpage-Checkliste konsequent nutzt, vermeidet vor allem diese fünf:
- Anzeige und Seite versprechen Unterschiedliches, sodass Besucher sich getäuscht fühlen.
- Das Formular verlangt mehr Angaben, als für den ersten Kontakt nötig sind.
- Auf dem Smartphone verdeckt ein Banner den Button oder das Formular.
- Die Hauptaktion wird nicht gemessen, sodass nach dem Start niemand weiß, ob die Seite funktioniert.
- Platzhaltertexte, falsche Preise oder tote Links gehen unbemerkt live.
Stell dir ein Team vor, das eine Terminbuchung bewirbt. Alles sieht gut aus, doch der Bestätigungsbutton liegt auf kleinen Bildschirmen unter dem Cookie-Banner. Die Seite sammelt Besuche, aber keine Termine, und ohne Ereignismessung fällt das erst nach Wochen auf. Ein einziger Testdurchlauf auf dem Handy hätte genügt.
Recht, Datenschutz und Barrierefreiheit
Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Er nennt Punkte, die du vor dem Start mit deiner Rechts- oder Datenschutzberatung klären solltest.
- ☐ Impressum und Datenschutzerklärung sind von jeder Seite aus erreichbar.
- ☐ Das Formular erklärt in kurzer Form, wofür die Daten genutzt werden.
- ☐ Einwilligungen, etwa für einen Newsletter, sind freiwillig und nicht vorausgewählt.
- ☐ Preise, Fristen und Bedingungen des Angebots sind eindeutig und vollständig genannt.
- ☐ Eingebundene Dienste von Drittanbietern sind in der Datenschutzerklärung aufgeführt.
Barrierefreiheit im Alltag
Barrierefreiheit hilft allen Besuchern, nicht nur wenigen. Prüfe Kontraste, beschreibe Bilder mit Alternativtexten und stelle sicher, dass sich das Formular mit der Tastatur bedienen lässt.
Der letzte Durchgang: Landingpage-Checkliste in 7 Schritten
Am Ende steht ein kurzer, fester Ablauf. Er dauert eine halbe Stunde und verhindert die peinlichsten Fehler.
- Lies die gesamte Seite laut vor und achte auf Tippfehler, Platzhaltertexte und falsche Namen.
- Klicke jeden Link und jeden Button einmal an.
- Fülle das Formular aus und prüfe, ob die Daten dort ankommen, wo sie hingehören.
- Rufe die Seite auf dem Smartphone und in einem zweiten Browser auf.
- Löse die Hauptaktion aus und kontrolliere das Ereignis im Messwerkzeug.
- Prüfe, ob die Seite im Suchindex stehen soll oder nicht, und stelle es entsprechend ein.
- Lass eine Person gegenlesen, die das Projekt nicht kennt, und notiere ihre Fragen.
Entscheide danach bewusst: Gibt es einen Punkt, der nicht mit Ja beantwortet ist, liegt eine Entscheidung vor. Du behebst ihn, oder du dokumentierst, warum du ihn bewusst offen lässt.
Nach dem Livegang beobachten und verbessern
Die Landingpage-Checkliste endet nicht am Starttag. In den ersten Tagen prüfst du, ob Ereignisse ankommen, Formulare funktionieren und Besucher dort landen, wo sie sollen. Reagiere auf technische Fehler sofort, auf Zahlen erst, wenn genügend Besuche vorliegen.
Halte fest, was du beobachtest: Datum, Auffälligkeit, Maßnahme. Diese kurze Notiz macht deine Landingpage-Checkliste mit jedem Projekt besser, weil sie echte Fehler aus der Praxis enthält und nicht nur Annahmen.
Erst danach lohnt es sich, Varianten zu testen. Wie du dabei sauber vorgehst, zeigt die Anleitung zu A/B-Tests. Ändere immer nur ein Element, damit du weißt, was gewirkt hat.
Fazit
Eine Landingpage-Checkliste macht aus einem diffusen Gefühl („Ich glaube, die Seite ist fertig“) eine überprüfbare Entscheidung. Sie führt dich von der Botschaft über Aufbau, Formular und Technik bis zu Tracking und Recht, und das in einer Reihenfolge, die Fehler früh sichtbar macht.
Starte mit den Punkten, die den größten Hebel haben: ein klares Ziel, eine verständliche Headline, ein schlankes Formular und eine saubere Messung. Alles Weitere verfeinerst du, wenn die Seite läuft und echte Daten vorliegen.
Speichere die Liste als Vorlage, kopiere sie für jede neue Seite und ergänze eigene Punkte aus deinen Erfahrungen. Mit jedem Projekt wird deine Landingpage-Checkliste genauer, und dein Livegang wird ruhiger.
Häufige Fragen zu Landingpage-Checkliste
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
Das hängt vom Angebot und vom Wissensstand deiner Zielgruppe ab. Ein einfaches, bekanntes Angebot kommt mit wenig Text aus, ein erklärungsbedürftiges Produkt braucht mehr Argumente. Entscheidend ist, dass jeder Abschnitt eine Frage der Besucher beantwortet und dich dem Handlungsaufruf näherbringt.
Warum sollte ich für jede Kampagne eine eigene Landingpage nutzen?
Ideal ist eine Seite pro Angebot und Zielgruppe, weil Anzeige und Seite dann dieselbe Botschaft tragen. Bei kleinen Budgets genügt oft eine Seite mit angepasster Headline. Wichtig ist, dass der Besucher sofort erkennt, dass er am richtigen Ort gelandet ist. Mehrere Angebote auf einer Seite verwässern dagegen die Botschaft und das Ziel.
Wann ist eine Landingpage bereit für den Livegang?
Sie ist bereit, wenn alle Punkte der Checkliste mit Ja beantwortet oder bewusst begründet offen gelassen sind. Besonders wichtig sind ein klares Ziel, ein funktionierendes Formular, eine akzeptable Ladezeit auf dem Smartphone und ein geprüftes Tracking der Hauptaktion. Alles Weitere lässt sich nach dem Start verbessern, sobald echte Daten vorliegen.
Wie oft sollte ich eine Landingpage überarbeiten?
Warte zunächst genug Besuche ab, bevor du Schlüsse ziehst. Ändere danach jeweils nur ein Element und dokumentiere die Änderung samt Datum. So bleibt nachvollziehbar, was zu einer Verbesserung oder Verschlechterung geführt hat, und du verwechselst Zufall nicht mit Wirkung. Größere Umbauten planst du als eigenes Projekt.
