Consent Mode v2 ist die Schnittstelle, über die deine Website Google Ads und Google Analytics mitteilt, ob ein Besucher in Werbe- und Analyse-Cookies eingewilligt hat. Für Werbetreibende mit Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum ist sie seit März 2024 Voraussetzung, damit Conversion-Messung, Remarketing und personalisierte Anzeigen weiter vollständig funktionieren.
Das Banner selbst liefert der Consent Mode nicht. Er nimmt die Entscheidung aus deinem Cookie-Banner auf und steuert damit, wie sich die Google-Tags verhalten. Fehlt die Verbindung, verlierst du Daten für Gebotsstrategien, Zielgruppen und Berichte.
In diesem Leitfaden erfährst du, welche Parameter Consent Mode v2 umfasst, worin sich einfacher und erweiterter Modus unterscheiden, was sich 2026 geändert hat und wie du die Einrichtung in sieben Schritten prüfst und umsetzt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Consent Mode v2?
Google hat den Einwilligungsmodus, so der deutsche Name, bereits 2020 eingeführt. Die erste Version kannte zwei Parameter: einen für Werbe-Cookies und einen für Analyse-Cookies. Mit Consent Mode v2 kamen Ende 2023 zwei weitere Parameter hinzu, die nicht das Speichern von Cookies, sondern die Nutzung der Daten für Werbezwecke betreffen.
Hintergrund sind die Anforderungen des Digital Markets Act der EU. Google muss als sogenannter Gatekeeper nachweisen können, dass für die Verwendung personenbezogener Daten zu Werbezwecken eine Einwilligung vorliegt. Werbetreibende übermitteln diese Information seitdem über Consent Mode v2.
Wichtig ist die Abgrenzung: Consent Mode v2 ersetzt weder dein Cookie-Banner noch deine Datenschutzprüfung. Er ist eine technische Brücke. Die rechtlichen Anforderungen an die Einwilligung selbst ergeben sich aus der DSGVO und in Deutschland aus § 25 TDDDG, der den Zugriff auf Informationen im Endgerät regelt.
Die vier Parameter im Überblick
Consent Mode v2 arbeitet mit vier Einwilligungssignalen. Jedes kann den Status granted (erteilt) oder denied (verweigert) haben.
| Parameter | Steuert | Seit | Auswirkung bei denied |
|---|---|---|---|
| ad_storage | Speichern und Lesen von Werbe-Cookies | Version 1 | keine Werbe-Cookies, Conversion-Messung nur eingeschränkt |
| analytics_storage | Speichern und Lesen von Analyse-Cookies | Version 1 | keine Analytics-Cookies, Lücken in Berichten |
| ad_user_data | Übermittlung von Nutzerdaten an Google zu Werbezwecken | Version 2 | Daten dürfen nicht für Werbung genutzt werden |
| ad_personalization | Nutzung für personalisierte Werbung, etwa Remarketing | Version 2 | kein Remarketing für diese Nutzer |
Dein Cookie-Banner sollte alle vier Signale korrekt setzen. In der Praxis werden ad_storage, ad_user_data und ad_personalization meist gemeinsam über die Kategorie Marketing gesteuert, analytics_storage über die Kategorie Statistik.
Technisch setzt die Website beim Laden zunächst einen Standardstatus, typischerweise denied für alle vier Parameter. Sobald der Nutzer im Banner eine Entscheidung trifft, sendet das Banner ein Update. Die genaue Syntax für gtag.js und Google Tag Manager beschreibt Google im Entwicklerleitfaden zum Einwilligungsmodus.

Einfacher oder erweiterter Modus?
Google unterscheidet zwei Arten der Implementierung. Die Wahl hat Folgen für Datenumfang und Datenschutz.
| Kriterium | Einfacher Modus | Erweiterter Modus |
|---|---|---|
| Laden der Google-Tags | erst nach Interaktion mit dem Banner | sofort beim Seitenaufruf |
| Datenübertragung ohne Einwilligung | keine | cookielose Pings mit eingeschränkten Informationen |
| Modellierung | allgemeine Modellierung durch Google | genauere, auf deine Website bezogene Modellierung |
| Datenschutzrisiko | geringer | höher, rechtliche Bewertung umstritten |
Im einfachen Modus werden laut Google Ads-Hilfe zum Einwilligungsmodus keine Daten an Google übertragen, wenn der Nutzer nicht einwilligt. Im erweiterten Modus senden die Tags auch bei Ablehnung sogenannte Pings ohne Cookies, aus denen Google fehlende Conversions modelliert.
In Deutschland wird der erweiterte Modus kritisch diskutiert, weil bereits vor oder ohne Einwilligung Daten an Google fließen. Viele Datenschutzexperten raten deshalb zum einfachen Modus oder zu einer sorgfältigen Einzelfallprüfung. Stimme die Entscheidung mit deinem Datenschutzbeauftragten ab und dokumentiere sie.
Warum Consent Mode v2 für Google Ads entscheidend ist
Ohne korrekt übermittelte Signale fehlen Google Ads für Nutzer aus dem EWR die Informationen, ob Daten zu Werbezwecken verwendet werden dürfen. Die Folgen betreffen mehrere Bereiche:
- Conversion-Messung: Conversions von Nutzern ohne Einwilligung werden nicht oder nur modelliert erfasst.
- Smart Bidding: Gebotsstrategien wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS lernen aus weniger Daten und arbeiten ungenauer.
- Remarketing und Zielgruppen: Listen wachsen nur mit Nutzern, die ausdrücklich zugestimmt haben.
- Berichte: Kampagnen wirken schlechter, als sie tatsächlich sind, was zu falschen Budgetentscheidungen führt.
Die Änderung vom Juni 2026
Laut Ankündigung von Google ist seit dem 15. Juni 2026 der Parameter ad_storage allein dafür maßgeblich, ob Werbedaten aus dem Google Analytics-Tag in ein verknüpftes Google Ads-Konto fließen. Die Einstellung Google Signale in Analytics steuert diesen Datenfluss nicht mehr mit. Wer ad_storage standardmäßig auf granted gesetzt hat, sollte die Konfiguration deshalb dringend prüfen.
Für einen späteren Zeitpunkt hat Google außerdem angekündigt, dass ad_personalization allein darüber entscheidet, ob Analytics-Daten für personalisierte Werbung genutzt werden. Verfolge die Hinweise in deinem Konto und in der Google Ads-Hilfe, da Termine sich verschieben können.
Consent Mode v2 einrichten in 7 Schritten
Die Umsetzung hängt davon ab, ob du gtag.js direkt, den Google Tag Manager oder ein Plugin deines CMS verwendest. Die Reihenfolge der Schritte ist aber immer ähnlich.
- Bestandsaufnahme machen: Liste alle Google-Tags auf, also Google Ads-Conversion-Tracking, Remarketing, Google Analytics 4 und Floodlight, und prüfe, wie sie eingebunden sind.
- Consent-Management-Plattform wählen: Nutze ein Cookie-Banner mit integrierter Unterstützung für Consent Mode v2, zum Beispiel Usercentrics, Cookiebot oder Borlabs Cookie.
- Modus festlegen: Entscheide gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten zwischen einfachem und erweitertem Modus.
- Standardstatus setzen: Setze für Nutzer aus dem EWR alle vier Parameter standardmäßig auf denied, bevor ein Google-Tag Daten sendet.
- Kategorien zuordnen: Verknüpfe die Banner-Kategorien mit den Parametern, sodass Zustimmung oder Ablehnung korrekt als Update übertragen werden.
- Testen: Prüfe mit dem Google Tag Assistant, ob Standard- und Update-Status in der richtigen Reihenfolge ankommen, für Zustimmung und Ablehnung getrennt.
- Konten kontrollieren: Schau in Google Ads bei den Conversion-Aktionen und in Google Analytics nach Diagnosehinweisen zum Einwilligungsmodus und beobachte die Conversion-Zahlen in den Wochen nach der Umstellung.
Arbeitest du mit dem Tag Manager, hinterlegst du die Einwilligungseinstellungen direkt an den Tags und nutzt die Consent-Vorlage deiner CMP. Wie du GA4 grundsätzlich sauber aufsetzt, zeigt die Anleitung Google Analytics 4 einrichten.
Cookie-Banner und Einwilligungsrate: was du beeinflussen kannst
Consent Mode v2 überträgt nur, was im Banner entschieden wurde. Wie viele Besucher zustimmen, hängt deshalb stark von Gestaltung und Formulierung des Banners ab. Dabei gibt es klare Grenzen: Die deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden verlangen in ihrer Orientierungshilfe für Anbieter von Telemedien unter anderem, dass die Ablehnung nicht wesentlich schwerer sein darf als die Zustimmung.
Innerhalb dieses Rahmens hast du dennoch Spielraum:
- Verständliche Sprache: Erkläre in einem Satz, wofür du die Daten nutzt, statt Juristendeutsch zu verwenden.
- Sinnvolle Kategorien: Drei Kategorien wie Notwendig, Statistik und Marketing sind für Nutzer leichter zu verstehen als zehn Einzelanbieter auf der ersten Ebene.
- Ruhiger Zeitpunkt: Das Banner sollte Inhalte nicht unnötig verdecken, vor allem auf dem Smartphone.
- Vertrauen: Eine seriös wirkende Website mit klarem Impressum und Datenschutzhinweis erhöht die Bereitschaft, zuzustimmen.
Miss die Einwilligungsrate regelmäßig. Die meisten Consent-Management-Plattformen zeigen sie in ihrem Dashboard an. Änderungen am Banner solltest du wie jeden anderen Test dokumentieren und vorher mit dem Datenschutzbeauftragten abstimmen.
Ergänzende Maßnahmen
Erweiterte Conversions, bei denen gehashte Kundendaten wie E-Mail-Adressen an Google übermittelt werden, können Messlücken verkleinern. Auch sie sind nach Googles Vorgaben an die Einwilligungssignale gebunden und brauchen eine eigene datenschutzrechtliche Prüfung. Gleiches gilt für serverseitiges Tagging: Es verlagert die Datenverarbeitung auf deinen Server, ersetzt aber weder die Einwilligung noch Consent Mode v2.
Rechenbeispiel: Was fehlende Signale für Smart Bidding bedeuten
Angenommen, ein Onlineshop für Fahrradzubehör erzielt über Google Ads im Monat 200 Bestellungen bei 6.000 Euro Werbekosten. Der tatsächliche Preis pro Bestellung liegt also bei 30 Euro. 60 Prozent der Besucher stimmen im Banner dem Marketing zu.
| Szenario | Gemessene Bestellungen | Ausgewiesener CPA |
|---|---|---|
| Tatsächliche Bestellungen | 200 | 30 Euro |
| Nur Nutzer mit Einwilligung gemessen | 120 | 50 Euro |
| Mit Modellierung, angenommene Teilergänzung | z. B. 160 bis 180 | ca. 33 bis 38 Euro |
Rechnung: Ohne Modellierung sieht Google Ads nur 120 Bestellungen. Der ausgewiesene CPA steigt von 30 auf 50 Euro, obwohl sich am Geschäft nichts geändert hat. Eine Gebotsstrategie mit Ziel-CPA von 35 Euro würde daraufhin Gebote senken und Reichweite verlieren. Wie stark die Modellierung die Lücke schließt, hängt von Datenmenge und Implementierung ab. Die Werte in der letzten Zeile sind deshalb nur eine Annahme zur Veranschaulichung.
Besonders kritisch ist der Zeitraum direkt nach einer Umstellung. Verändert sich die gemessene Conversion-Zahl plötzlich, reagieren automatische Gebotsstrategien darauf, obwohl sich nur die Messung geändert hat. Notiere deshalb das Datum jeder Änderung am Banner oder an den Tags im Kontoverlauf und beobachte die Kampagnen in den folgenden zwei bis drei Wochen genauer. Bei großen Abweichungen kann es sinnvoll sein, Ziel-CPA oder Ziel-ROAS vorübergehend anzupassen, statt das System falsche Schlüsse ziehen zu lassen.
Die Konsequenz: Bewerte Kampagnen nach der Umstellung nicht nur anhand der Google Ads-Zahlen, sondern gleiche sie mit den echten Bestellungen aus dem Shopsystem ab. Wie du Kennzahlen für die Geschäftsführung aufbereitest, ohne von Messlücken in die Irre geführt zu werden, beschreibt der Beitrag zu Marketing-KPIs für die Geschäftsführung.
Häufige Fehler und wie du sie prüfst
- Tags feuern vor dem Standardstatus: Wird der Standardstatus zu spät gesetzt, senden Tags Daten ohne Einwilligungsinformation.
- Nur zwei statt vier Parameter: Ältere Banner-Konfigurationen setzen ad_user_data und ad_personalization nicht.
- Falsche Zuordnung: Die Kategorie Statistik schaltet versehentlich auch Werbe-Cookies frei.
- Update geht verloren: Bei Seitenwechsel direkt nach dem Klick im Banner kommt das Update nicht mehr an.
- Hartkodierte Tags außerhalb des Tag Managers: Alte Conversion-Snippets im Theme ignorieren die Einwilligung.
Plane die Prüfung nicht als einmalige Aufgabe. Updates der Consent-Management-Plattform, neue Tags von Agenturen oder ein Theme-Wechsel können die Konfiguration unbemerkt verändern. Ein kurzer Check von Consent Mode v2 pro Quartal und nach jeder größeren Änderung an der Website verhindert, dass monatelang unvollständige Daten in deine Gebotsstrategien fließen.
Teste jede Änderung in einem privaten Browserfenster jeweils einmal mit Zustimmung und einmal mit Ablehnung. Kontrolliere im Tag Assistant, welcher Status zu welchem Zeitpunkt anliegt, und prüfe in den Entwicklertools des Browsers, welche Cookies gesetzt werden.
Wenn du Messlücken grundsätzlich verringern willst, lohnt ein Blick auf ergänzende Ansätze, die im Beitrag Tracking ohne Cookies beschrieben sind. Sie ersetzen den Einwilligungsmodus nicht, können aber zusätzliche, datenschutzfreundliche Kennzahlen liefern.
Das Wichtigste in Kürze
- Consent Mode v2 übermittelt Google die Einwilligungsentscheidung aus deinem Cookie-Banner über vier Parameter.
- Für Werbetreibende mit Nutzern im EWR ist er seit März 2024 Voraussetzung für vollständige Messung und Remarketing.
- Der einfache Modus sendet ohne Einwilligung keine Daten, der erweiterte Modus sendet cookielose Pings und ist datenschutzrechtlich umstritten.
- Seit Juni 2026 steuert ad_storage allein, ob Werbedaten aus Analytics in Google Ads ankommen.
- Teste die Umsetzung mit dem Tag Assistant und gleiche Conversions mit echten Verkaufszahlen ab.
Prüfe noch diese Woche im Tag Assistant, ob deine Website alle vier Parameter korrekt setzt und ob der Standardstatus vor dem ersten Google-Tag greift. Kläre danach mit deinem Datenschutzbeauftragten, welcher Modus für dich passt, und halte die Entscheidung schriftlich fest.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Die rechtliche Bewertung von Einwilligungen und Datenflüssen hängt vom Einzelfall ab.
Häufige Fragen zum Consent Mode v2
Was ist Consent Mode v2 bei Google Ads?
Consent Mode v2 ist eine Schnittstelle von Google, über die deine Website die Einwilligungsentscheidung der Besucher an Google Ads und Google Analytics übermittelt. Sie umfasst vier Parameter: ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization. Abhängig vom Status passen die Google-Tags ihr Verhalten an, setzen etwa keine Cookies oder verzichten auf Remarketing.
Ist Consent Mode v2 Pflicht?
Gesetzlich vorgeschrieben ist er nicht. Google verlangt Consent Mode v2 jedoch seit März 2024 von Werbetreibenden, die Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum erreichen und Funktionen wie Conversion-Messung, Remarketing oder personalisierte Werbung vollständig nutzen wollen. Ohne korrekte Signale fehlen Daten für Gebotsstrategien und Zielgruppen, was die Kampagnenleistung spürbar beeinträchtigen kann.
Was ist der Unterschied zwischen einfachem und erweitertem Consent Mode?
Im einfachen Modus laden Google-Tags erst, wenn der Nutzer mit dem Cookie-Banner interagiert hat. Ohne Einwilligung werden keine Daten gesendet. Im erweiterten Modus laden die Tags sofort und senden bei Ablehnung cookielose Pings, die Google für eine genauere Modellierung nutzt. Der erweiterte Modus liefert mehr Daten, wird in Deutschland datenschutzrechtlich aber kritisch gesehen.
Wie prüfe ich, ob Consent Mode v2 richtig funktioniert?
Öffne deine Website im Google Tag Assistant und prüfe für Zustimmung und Ablehnung getrennt, ob zuerst der Standardstatus und danach das Update mit allen vier Parametern ankommt. Kontrolliere außerdem in Google Ads die Diagnosehinweise der Conversion-Aktionen. Ergänzend siehst du in den Entwicklertools deines Browsers, ob vor der Einwilligung wirklich keine Werbe-Cookies gesetzt werden.
Brauche ich für Consent Mode v2 ein spezielles Cookie-Banner?
Du brauchst ein Cookie-Banner, das die Einwilligungssignale an Google weitergeben kann. Viele Consent-Management-Plattformen bieten dafür eine fertige Integration für Consent Mode v2 und Vorlagen für den Google Tag Manager. Alternativ kann ein Entwickler die Signale selbst über gtag.js setzen. Wichtig ist, dass alle vier Parameter korrekt mit den Kategorien deines Banners verknüpft sind.
